Motorradtour Dolomiten

2014

5. Juni

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Beginn der Tour durch das Sauerland zu Ingo, der in Karben bei Frankfurt wohnt, um bei ihm zu übernachten und am nächsten Tag gemeinsam mit ihm in die Dolomiten zu fahren.

Der Navi von TomTom führte  mich durch das Sauerland auf sehr kurvenreichen und wenig befahrenen Straßen. Ich liebte TomTom!

Die Wettervorhersage für die Tour war ausgezeichnet!

6. Juni

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Ingo hatte endlich Urlaub und wir starteten früh in Richtung Imst, Österreich, zu den „Schluchtis“. Um schneller in den Alpen zu sein, fuhren wir zuerst etwa 2/3 der Strecke auf der Autobahn. Imst erreichten wir gegen 19:00 Uhr; wir übernachteten im „Hotel zum Lamm“ in Tarrenz, Österreich.

7. Juni

Früh morgens fuhren wir von Imst nach Sölden, dann über das Timmelsjoch in  Richtung St. Leonard, über den Jaufenpass nach Italien, genauer nach Brixen und von dort über das Würzjoch zur Pension „Garni Declara“ in Colfosco. Am Würzjoch zogen viele Regenwolken auf, aber wir konnten diesen immer vorweg fahren.

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Leider lassen sich die sagenhaften Eindrücke von den tollen Landschaften kaum auf den Fotos wiedergeben.

8. Juni

Am Sonntag sollte es eigentlich zu dem Wahrzeichen der Dolomiten gehen, den „Drei Zinnen“. Es kam aber anders! Während der Tour schwächelten unsere Navis und führten uns mehrfach in die Irre. Zuletzt änderten wir die Route komplett und verschoben die Fahrt zu den Drei Zinnen auf den nächsten Tag. Dennoch hatten wir traumhaftes Wetter; in den Tälern wär es allerdings sehr heiß – 32°, oben auf den Pässen waren es angenehme 18° – 22°.

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Leider bekam Ingo gegen Mittag heftige Kopfschmerzen, die später auch noch Übelkeit erzeugten, sodass eine Pause im Schatten erforderlich war. Offensichtlich hatte Ingo nicht ausreichend bei der Hitze getrunken! Ein kurzes Nickerchen unter Bäumen half Ingo wieder auf die Beine…

Eine Route kann wegen des Chaos mit TomTom Chaos leider nicht wiedergeben werden, aber die Pässe haben wir noch in guter Erinnerung: Pso. Di Campolongo (1875m), Pso. Di Giau (2233m), Pso. Di Falzaro (2105m) Passo Cibiano (1530m) und ein Stück der großen Dolomitenstrasse. Die Berge, die wir sahen, waren bis zu 3200 Meter hoch und sehr beieindruckend.

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Eine Straße endete nach knapp 8 Kilometern steil bergauf  im Nirwana… (Zoppe -> Rif. Venezia). Wir konnten nicht rechtzeitig erkennen, das es eine Sackgasse war…

9. Juni

Am Montag sollte die geplante Tour vom Vortag teilweise nachgeholt werden. Wir planten deshalb eine gemütliche 200 km-Tour rund um die Drei Zinnen.Zuerst ging es wieder auf den Pso. Di Valparola (2197m) und Pso. Di Falzarego (2107). Das Wetter war wieder bombastisch – keine Wolke war am Himmel zu sehen!

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Wir fuhren auf der großen Dolomitenstraße durch das Höhlensteintal mit einer Rast an einem wunderschönen See.

Witzigerweise war es der gleiche Spontanstopp, den Ingo vor 3 Jahren mit seinem Freund Manuel dort gemacht hatte.

Nach einem ruhigen Cruisen durch das Sextental ging es über den Kreuzbergpass (1636), Pso. Del Zovo (1476) , Pso. St. Antonio (1547) und Pso. Tre Croci (1809).

Als die Rundfahrt fast abgeschlossen war, machten wir auf dem Pso. Di Valporala eine Pause in einem Bergrestaurant, da der Himmel sich zuzog und wir jeden Augenblick mit Regen rechneten. Genau rechtzeitig! Es fing an zu regnen, hageln, donnern, etc. – Glück gehabt!

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Nach einer einstündigen Pause ging es zurück zum Hotel und das war auch gut so, denn Ingo bekam wieder starke Kopfschmerzen, die durch heftigen Schüttelfrost ergänzt wurden.

Da es in der Pension darni-colfoscokein Abendessen gab und die Pension sehr abgelegen war, fuhr ich in das 5 km entfernte Dörfchen Corvara zu einem Restaurant und besorgte Ingo eine Pizza. Ingo lag derweil unter 2 Decken im „Zwiebellook“ und fror trotzdem!! Nach dem Abendessen wurde der Schüttelfrost durch leichtes Fieber ausgetauscht. Ibruprofen sollte hoffentlich Besserung bringen, um die Tour fortsetzen zu können.

 

10. Juni

Gottseidank half Ingo die Dosis Ibuprofen und auch die Nachtruhe. Ingo schlief so fest, dass ihn dieses Mal das schmale Bett mit der harten Matratze seinen „Heilschlaf“ nicht verhinderte. Ingo hatte morgens zwar immer noch leichte Kopfschmerzen, besonders, wenn er die Augen bewegte. Aber der Schüttelfrost und das Fieber waren weg!

Nach dem Frühstück mussten wir kurzfristig noch einmal neu planen, da die Tour über das Grödner Joch wegen Unwetterschäden (Steinschlag) gesperrt war. Somit mussten wir einen Umweg über den Pso. Di Campolongo (1875m) und das Pordoijoch (2243m) mit insgesamt mehr als 60 Kehren machen. In der Nähe der Brenner Autobahn spielte TomTom uns mal wieder einen Streich und führte uns gen Norden wieder zum Würzjoch – auch wenn es aus unserer Sicht der bisher schönste Teil der gesamten Strecke war. Deshalb mussten wir wegen der Irreführung in St.Peter alles wieder zurück fahren –  parallel der Brenner Autobahn in Richtung Süden.

Wir fuhren dann über Bozen und Merano in  Richtung Westen zum Reschenpass (1504m). Viele langgezogene Straßen, teilweise 4-spurige Schnellstraße und die Hitze von 33° machten uns nun doch sehr zu schaffen! Getoppt wurde das in Österreich, denn trotz einer gewissen Höhe, kletterte das Thermometer noch auf 36° im Schatten! Ein Anzeigedisplay einer Apotheke zeigte sogar 39°! Es war in der Hitze natürlich auch sehr anstrengend zu fahren; in diesem „Glutofen“ mussten wir leider einige Male vor Ampeln und Baustellen anhalten…

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Pausen machten wir natürlich nur dort, wo es schattig war! Die Strecke führte bei über 35° weiter in Richtung Pfunds und Tösens. Als wir es wegen der Hitze nicht aushielten, fuhren wir zum Kaunerberg und weiter auf die Piller Höhe (1504m). Dort waren es „nur“ noch 28° bei starkem Wind, was wir klasse fanden. Unser Ziel war dann doch Deutschland; bei inzwischen erträglichen Temperaturen und langsam aufkommender Bewölkung fuhren wir über Imst in  Richtung Ehrwald über den Fernpass (1216m) in der Nähe der Zugspitze.

Die Route war fantastisch – lange gezogene Kurven und die Straßen waren alle in einem ausgezeichneten  Zustand. Die Tour führte um die Zugspitze herum über eine wunderschöne Strecke nach Garmisch-Patenkirchen. Allerdings drohte Regen auf den letzten 20 Kilometern. Wir begrüßten zwar die zu erwartende Abkühlung, aber nass wollten wir nun doch werden. In Garmisch-Patenkirchen zog es sich dermaßen zu, sodass wir an einem McDoof-Restaurant hielten, um erstens etwas „Gescheites“   -:)  zu essen und zweitens den Regenschauer trocken zu überstehen.

img-20140614-wa0004img-20140614-wa0002Da es bei McDoof WLAN gab, suchten wir in Ruhe ein Hotel bzw. eine Pension. Schon der 2. Versuch klappte; der Gasthof „Alter Wirt“ befand sich in Farchant, etwa 4 km von Garmisch entfernt. Bei einem Weizenbier im Biergarten berieten wir, wie es weitergehen sollte. Wir planten eine Strecke in Richtung Chiemsee, also gen Osten und von dort langsam gen Norden. Da die Route an Münnerstadt vorbei führte, wollten wir einen Abstecher nach Burghausen für einen überraschenden Verwandtschaftsbesuch machen. Sollte ausreichend Zeit vorhanden sein, so wollten wir die Tour beenden und nach Hause fahren. Wir wollten die Tour verkürzen, da nicht abzuschätzen war, wie es gesundheitlich mit Ingo weiterging.

11. Juni

Ingo ging es gesundheitlich besser! Wir fuhren von Garmisch-Patenkirchen über Rosenheim vorbei zum Chiemsee (Prien). Das Wetter war wieder Wolken frei. Am Chiemsee suchten wir einen geeigneten schattigen Platz für die Mittagspause und fuhren deshalb um den See. Leider war es wegen der Pfingstfeiertage sehr voll – aber wir fanden letztlich doch einen sehr schönen Platz in einer ruhigen Gegend an einem Ausläufer des Chiemsee. Hier aßen wir zu Mittag auf einer schönen Seeterrasse und ruhten uns ein wenig aus.

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Danach ging es weiter nach Osten über wunderschöne langgezogene Straßen durch die Felder und Wälder.

Für die nächste Tour planen wir, eine Helm-Kamera mitzunehmen, um die Eindrücke in bewegten Bildern festzuhalten. An Landshut vorbei fuhren wir in Richtung Norden. Ziel war Wackershausen, wo wir in Parsberg das Landhotel Schöll zum Übernachten fanden. Hier aßen wir dann auch zu Abend bei einem kühlen Weizenbier.

12. Juni

Am letzten Tag ging es dann von unserem Hotel gen Nord-Osten (möglichst weit um Nürnberg herum) durch die wunderschöne Fränkische Schweiz. Malerische Kurven, schöne Gegenden und so gut wie kein Mensch auf den Straßen – perfekt für den Abschluss einer tollen Tour.

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Nach der Fränkischen Schweiz ging es nach Nord-Westen in Richtung Münnerstadt. Dort in dem kleinen Dorf Burghausen lebt meine Cousine Marion, die ich schon seit 10 Jahren und Ingo schon mindestens 20 Jahre nicht mehr gesehen hatten. Einfach mal frech angeklingelt und die Cousine „überfallen“…!

Wir hatten Glück; das Wiedersehen war toll! Leider mussten wir nach 2 Stunden weiter, da  wir noch nach Hause fahren wollten (Ingo 2 hatte noch 2 Stunden, und ich noch 3,5 Stunden zu fahren). An der A7 Kassel-Würzburg trennten sich unsere Wege. Ingo war gegen 17:30 Uhr daheim, ich gegen 19:40 Uhr.

Fazit

Die Gesamtstrecke, die Ingo und ich gemeinsam fuhren, betrug 2192 km. Beim Ingo waren es zusätzlich 150 km, bei mir zusätzlich 600 km, die wir allein fuhren. Die  Durchschnittsgeschwindigkeit (reine Fahrzeit) betrug 66 km/h, die Höchstgeschwindigkeit 190 km/h (Hinweg Autobahn). Die Fahrzeit betrug 35 Stunden; 25 Pässe wurden „erklimmt“ und mehr als 500 Kehren gefahren.

img-20140614-wa0006 Ingo musste immer etwas länger beim Ankleiden der Motorradsachen auf mich warten, da ich für das Verstauen meiner Lesebrille, das Verschließen eines zusätzliche Gürtels und altersbedingte Verzögerungen… immer 1 Minute mehr Zeit benötigte!   -:)  Beim Fahren konnte ich die „verlorene Zeit “ aber schnell wieder kompensieren! Hier half Ingo der 25jährige Altersunterschied nicht mehr!  -:)

Es war wieder eine tolle Tour, wenn auch kurzzeitig mit gesundheitlichen Problemen beim Ingo. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und viel Spaß gehabt. Klasse war natürlich auch die Verständigung über Funk; die Akkus hielten mehr als 12 Stunden – also den ganzen Tag! Die Wetterbedingungen waren herrlich, auch wenn es manchmal in den Tälern zu heiß war! Obwohl wir einige Male von Regenwolken umgeben waren, sind wir nie nass geworden!

Natürlich werden wir im nächsten Jahr wieder gemeinsam eine Tour planen!